Ein grüner Kantonsratspräsident 2009

Es gehört zu den schweizerischen Besonderheiten, dass das Präsidium von Parlament und Regierung rotiert und ausser Repräsentation und Sitzungsleitung keine Machtfunktion innehat. Dies wirkt einer Machtkonzentration entgegen. Dass auch mal ein Vertreter einer Nichtregierungspartei die Ehre hat, Staat und Demokratie gegen aussen zu vertreten, ist aussergewöhnlich und eine Anerkennung für die konstruktive Politik der Grünen. Ich habe diese Aufgabe für das Jahr 2009 sehr gerne übernommen. Es war ein besonders erlebnisreiches Jahr und bot ein Abbild der riesigen Palette an Organisationen und Institutionen und der äusserst vielfältigen Veranstaltungs-Kultur im Kanton Luzern. Auf gegen 150 Veranstaltungen durfte ich die Anerkennung des Staates vermitteln, durch Grussworte und Präsenz. Am liebsten habe ich das gemacht für die unglaublich grosse Menge an ehrenamtlicher Arbeit, die im Kanton Luzern geleistet wird, und für spezielle Verdienste von Einzelpersonen oder Gruppierungen. Die Art der Veranstaltungen war wahrlich vielfältig, von freundlich-amateurhaft bis zügig-hochprofessionell, oft sehr anregend, mit vielen Gesprächen. Ich habe festgestellt, dass auch einem Grünen viel Wertschätzung entgegen gebracht wird, auch wenn die Welten manchmal unterschiedlicher kaum sein könnten: Als Militärdienstverweigerer die internationalen Militärattachés zu empfangen, als Pazifist bei den Schützenveteranen zu sprechen, also Velofahrer am Luftwaffenrapport vorzufahren oder mit den Wölfen bei den JägerInnen zu heulen, waren schon besondere Herausforderungen. Auch wenn ich mit meiner eigenen Meinung etwas zurückhalten musste, habe ich jedes Grusswort so gestalten können, dass ich gut dahinter stehen konnte.

Auch die zweite Hauptaufgabe, die Leitung der Kantonsrats- und Geschäftsleitungssitzungen, habe ich sehr gerne gemacht. Es gab doch wesentlich mehr Verfahrensentscheide schnell, klar und fair zu treffen als ich zuvor gedacht hatte. Das Echo aus dem Parlament auf meine Ratsleitung war gut. Mit der Sitzung am Bahnhof zur Lancierung des Vorprojekts für den Tiefbahnhof Luzern war ein einmaliger Höhepunkt des Parlamentsjahrs gesetzt.
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